Die queere Ikone Orlando taucht in einen rauschenden Bildersturm ein und verführt zu einem sinnlichen Abenteuer zwischen Materialtheater und Clubnacht. Willkommen im Fleischwolf der Gefühle!

Worum geht’s

Ausgangspunkt ist der Roman von Virginia Woolf. Sie erzählt darin das Leben Orlandos, der als Junge zur Welt kommt und als Frau Karriere macht. Ein Leben, das 350 Jahre umspannt, im 16. Jahrhundert beginnt und im Jahr 1928 (in dem der Roman endet) noch immer andauert. Vor allem aber zeichnet die Autorin anhand von Orlandos Biografie ein faszinierendes Sittengemälde der Gesellschaft durch die Jahrhunderte. Dabei legt sie die Konstruktion von Geschlecht sowie die damit verbundenen politischen und sozialen Machtstrukturen offen.

Die Compagnie Rohstoff knüpft sich nun selbst den weltbekannten Romanklassiker vor und reisst ihn mit schillerndem Verve 99 Jahre in die Zukunft. Auf den Spuren der queeren Ikone Orlando, fragt Rohstoff: Wie kann die Ordnung der Geschlechter mit ihren Einbahnstrassen und Durchfahrverboten, aus den Fugen gehoben werden?

Die Spielerin Annina Mosimann macht dabei allerlei Verwandlungen durch und verführt das Publikum zu einem sinnlichen Abenteuer zwischen Clubnacht und Materialtheater.

In einfachen worten

Virginia Woolf hat einen berühmten Roman geschrieben.

Er handelt von Orlando.

Orlando kommt als Junge zur Welt.

Später lebt Orlando als Frau.

Orlando lebt 350 Jahre lang.

Der Roman zeigt, wie die Gesellschaft sich verändert hat.

Er zeigt auch, wie Menschen über Mann und Frau denken.

Die Compagnie Rohstoff bearbeitet den Roman.

Das Theater-Stück bringt Orlando ins Jetzt.

Orlando ist heute ein queeres Vorbild.

Das Theater-Stück fragt:

Wie können wir die Regeln für Mann und Frau ändern?

Die Spielerin Annina Mosimann verwandelt sich auf der Bühne.

Das Publikum erlebt ein sinnliches Abenteuer.

Das Theater-Stück verbindet eine Clubnacht mit Material-Theater.

wichtige infos

AlterFür Erwachsene
DauerCa. 70 Minuten
SpracheViel Sprache / Hochdeutsch, Mundart, Englisch, Spanisch
Publikum und RaumDas Publikum sitzt auf der bestuhlten Tribüne.
Sensory NoteIn der Inszenierung werden flackernde Lichteffekte eingesetzt.
PreiseKinder und Erwachsene CHF 29.- (Einheitspreis für alle Alter)
AHV/IV, Kulturlegi, Studierende, Kulturschaffende/Steuerkarten CHF 23.-
Menschen mit Ausweis N, F und S erhalten freien Eintritt.
Assistenzpersonen erhalten freien Eintritt.

Zugänglichkeit

Übertitel für gehörlose und schwerhörige Personen bei den öffentlichen Vorstellungen

Die Vorstellungen können mit deutschen, deskritiven Übertitel-Brillen besucht werden. Die Brillen müssen mit dem Ticketkauf reserviert werden. Ihre Nutzung ist kostenlos.

Wenn du Fragen hast, bitte melde dich unter reservation@theater-stadelhofen.ch oder 044 261 02 07.

Allgemein

Das Gebäude des Theater Stadelhofen ist nicht komplett barrierefrei zugänglich.
Hier findest du ausführliche Informationen über mögliche Barrieren und Zugänglichkeit:

Credits

Konzept, Regie: Sebastian Ryser

Ausstattung, Video: Lars Wolfer

Dramaturgie: Dominique Enz

Sound: Benjamin Ryser

Spiel: Annina Mosimann, Sebastian Ryser

Produktion: Rohstoff

ÜBER DIE KÜNSTLER*INNEN

Rohstoff

Rohstoff wurde 2023 von Sebastian Ryser und Lars Wolfer gegründet. Die gemeinsame Arbeit der beiden geht zurück ins Jahr 2021. Damals haben sie als Duo die Kombination von Puppenspiel und Bild-Projektionen erforscht. Daraus entstand der Kurzfilm «The Mind of Lalo Cura», der u.a. zum Festival «Theater der Dinge» in Berlin eingeladen wurde. Seither kam es in unterschiedlichen Kontexten zu Zusammenarbeiten, u.a. am Theater der jungen Welt in Leipzig, im Figurentheater St.Gallen oder in der Experimentalfilm-Reihe «Puppet Playground». 2024 brachten sie ihr erstes Bühnenstück «GAME OVER PLAY FOREVER» heraus.

Mit der Company setzen sie die Suche nach einer gemeinsamen Sprache entlang der Grenzen des Mediums Puppenspiel fort. Für ihre Projekte arbeiten sie mit Kollaborateur*innen aus verschiedenen Sparten zusammen. Sebastian und Lars haben unterschiedliche Backgrounds, Erfahrungen und Expertisen. Unterschiedliches Wissen ist produktiv, Offenheit und Neugierde sind produktiv. Vorbehalte sind Potentiale, ebenso unterschiedliche Perspektiven auf Ästhetik und Sprache. Unwissen, Unsicherheit sind Potentiale. Schwächen und Grauzonen sind Teil des Prozesses. Sie interessiert ein intuitives und unprätentiöses Arbeiten, in dem Verletzlichkeit und Peinlichkeit (Pein=Schmerz) ebenso Teil sind wie Expertisen und Skills.

Webseite

Sebastian Ryser

Sebastian Ryser ist freischaffender Regisseur und Performer. Er studierte an der Universität Zürich Kunstgeschichte und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin zeitgenössische Puppenspielkunst. Seither realisiert er mit Rohstoff Projekte in der freien Szene und an Häusern, die an den Schnittstellen verschiedener Disziplinen angesiedelt sind. Er verwebt alte Ausdrucksformen mit neuen Medien und kreiert so für jedes Projekt eine eigene Sprache. Seine Arbeiten waren unter anderem zu sehen am Freisprung Festival Rostock (D), Jungspund Festival (CH) und am Festival TanzPlan Ost. Für «She is fine» gewann er den 1. Preis am Freisprung Festival, Rostock. 2022 erhielt er den Förderpreis der St. Gallischen Kulturstiftung.

Lars Wolfer

Lars Wolfer, 1983 in Deutschland geboren, studierte Landschaftsarchitektur und Interaction Design in Rapperswil und Basel. Heute arbeitet er als freischaffender Gestalter in den Bereichen Grafik und Video. Mit Sebastian Ryser arbeitet er eng Zusammen: Für den Kurzfilm «The Mind of Lalo Cura» (2021), der am Festival Theater der Dinge an der Schaubude Berlin gezeigt wurde, entwickelte er ein visuelles Framing für virtuelle Puppenbühnen, und in «Puppet Playground» (seit 2020) und im Theaterstück «Game Over Play Forever» (2024) erforschen sie das Zusammenspiel von Puppenspiel und Videokunst. Er ist zudem als Drag Performer auf Schweizer Bühnen unterwegs. In seinen Shows verbindet er Lipsync mit absurdem Kabarett. 2019 gewann er den Basler Contest Drag Roy-lälle-ty.

Annina Mosimann

Annina Mosimann ist Figurenspielerin, Performerin, bildende Künstlerin. Sie studierte Bildende Kunst an der HSLU Luzern und Figurentheater an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und arbeitet als freischaffende Künstlerin in eigenen Projekten und als Spielerin in Produktionen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Ihre eigenen Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst sowie experimenteller Musik. Sie erforschen das Zusammenspiel von Sound und Bewegung sowie Themen des Traums und des Unbewussten und sind auf internationalen Festivals zu sehen. «Mycelium» gastierte u.a. am Festival Theater der Dinge an der Schaubude Berlin. «Bestiarium» wurde für den Schweizer Nachwuchspreis für Darstellende Kunst PREMIO ausgewählt.

Dominique Enz

Dominique Enz arbeitet als Regisseurin, Dramaturgin und Theaterpädagogin. Davor studierte sie Literatur-, Film- und Politikwissenschaft in Zürich und Schauspieltheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 2020 inszeniert sie hauptsächlich für ein junges Publikum. Sie interessiert sich für ein sinnliches und physisches Theater. Häufig arbeitet sie mit Objekt- oder Figurentheater. Ihre Stücke spielten u.a. am Stadelhofen Zürich, Tanzhaus Zürich, FigurenTheater St. Gallen, kicks Festival!, jungspund Festival, Theaterfrühling Winterthur oder an Häusern wie dem Jungen Schauspielhaus Hamburg. 2022 gewann ihre Produktion «Out There» den Jugendpreis am Heidelberger Stückemarkt.

Benjamin Ryser

Benjamin Ryser hat an der Zürcher Hochschule der Künste Cello und Zeitgenössische Komposition studiert. Als Klangkünstler und Komponist bildet er zusammen mit der Medienkünstlerin Dorothy Wong Ka Chung ein Künstler*innenduo. Sie entwickeln multimediale Arbeiten, in denen soziale und politische Kontexte durch die Perspektive persönlicher Erfahrung verhandelt werden. Ihre Community-Projekte wurden mit dem Werkbeitrag der Stadt St.Gallen 2020 ausgezeichnet und für die Ostschweizer Triennale Heimspiel 2021 und 2024 ausgewählt. Ihre ortsspezifischen Arbeiten wurden unter anderem in der Autonomen Schule Zürich, auf indigenem Stammesgebiet in Taiwan sowie auf der Lagune von Venedig gezeigt.

WIR lieben es, weil…

Weil geil geil geil!

Weil alles besser ist mit Tierköpfen!

Weil Verwandlung, Metamorphose, Transformation!

Weil es glitzert und funkelt und tönt und mich anschaut wie ein mäandernder, verwunschener Traum!